• Wolfgang Bok

Teurer Strom, fette Öko-Renditen und arrogante Klima-Kids

Aktualisiert: Nov 8


Jenseits der Corona-Hysterie gibt es auch noch Themen, die langfristig sehr weitreichende Folgen haben. Deshalb widmet sich Dr. Wolfgang Bok in seiner Kolumne „Nüchtern betrachtet“ heute der absurden Energiewende. Hier werden die Rechte der Bürger tatsächlich ausgehebelt. Man kann es auch Öko-Diktatur nennen:

  • Billiger Strom treibt die absurde EEG-Umlage in gigantische Höhen

  • Windräder als nationale Sicherheit: Widerspruch wird zwecklos

  • Warum müssen Grüne keine stählernen Monster und Solarplantagen sehen?

  • Klima-Kids in der Wohlstandsblase: Die Not der anderen ist ihnen egal

„Sonne und Wind schicken keine Rechnung!“ Hat man uns mit dieser Verheißung die Energiewende nicht schmackhaft gemacht? Und nun, da die ersten Windräder und Solardächer aus der EEG-Förderung herausfallen, betteln die Betreiber regelrecht um eine „Übergangsfinanzierung“. 20 Jahre haben sie satte Gewinne eingefahren. Jetzt sollen die Verbraucher noch Jahrzehnte weiter für üppige Renditen sorgen. Dafür mussten die Stromkunden 2019 allein an Ökoumlagen 22,7 Milliarden Euro aufbringen. Um eine drastische Erhöhung von 6,756 Cent auf 9,651 Cent pro kWh zu verhindern, wird nun der Steuerzahler über den Bundeshaushalt in Haftung genommen. Kosten: Weitere elf Milliarden Euro pro Jahr. Was Wirtschaftsminister Altmaier (CDU) auch noch dreist als Erfolg verkauft. Den einfachen Weg, die üppigen Einspeisevergütungen dem Marktpreis anzupassen, traut man sich nicht. Das zeigt, wie mächtig, die Öko-Lobby mittlerweile ist.


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Dabei hat die Öko-Lobby alle Ziele verfehlt: Statt günstigem haben wir mit 30 Cent pro Kilowattstunden den teuersten Strom aller Industrieländer. Rücklagen habe die Betreiber keine gebildet, weshalb sie auch nicht wissen, wohin mit den stählernen Kolossen mit ihren nicht recyclefähigen Riesenflügeln. Und der Nutzen für die Umwelt tendiert gegen Null, wenn man die Landschaftsverschandelung der dauerlärmenden Vogel-Tötungs-Maschinen mit einrechnet. Denn was in Deutschland an CO₂ teuer eingespart wird, dürfen Länder wie China frohgemut in die Atmosphäre pusten, um uns dann mit ihren Billigprodukten Konkurrenz zu machen. China plant übrigens derzeit 26 neue Kohlekraftwerke und hat selbst im Corona-Jahr 20200 nur zwei Prozent weniger CO₂ ausgestoßen. Deutschland minus 12,7 und die USA minus 12,9 Prozent.


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Nun sollte man annehmen, dass sich anhand dieser Faktenlage eine vernünftige Energiepolitik doch noch Bahn bricht. Aber weit gefehlt. Nach dem Motto, wenn die Medizin nicht hilft, verdoppeln wir eben die Ration, wird nun der Ausbau der Windenergie mit der Brechstange durchgesetzt. Nachdem wir ohne Not unsere sicheren und umweltfreundlichen Atom- und Kohlkraftwerke abschalten, sollen nun die sogenannten „Erneuerbaren“ zur Frage von nationaler Sicherheit erklärt werden. Das bedeutet: Jeder Widerspruch ist zwecklos. Denn die Sicherheit, die wir leichtfertig aufgegeben haben, muss nun mit einer Verdoppelung der Stahlgiganten und Solarplantagen gesichert werden. Das alles geschieht mit Unterstützung von CDU und CSU. Dies darf man ihnen nicht durchgehen lassen. Ich empfehle, diejenigen zu unterstützen, die sich dieser Öko-Diktatur widersetzen: Die wackeren Aufkärer von Vernunftenergie e. V.


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Dabei gäbe es doch eine einfache Standortstrategie: Windräder und hässliche Solarplantagen werden vorrangig dorthin verpflanzt, wo die Stimmenanteile für Grüne, SPD und Linkspartei am höchsten sind. Aber siehe da: In Universitätsstädten wie Tübingen oder München sieht man keine Windrad-Parks. Auch in Karlsruhe nicht, wo die EnBW ihren Sitz hat und jede Woche die Energiewende ausruft. Die Monster setzt man dem dummen Landvolk vor die Nase, das dann mit ein paar Brosamen ruhig gestellt werden soll. Juli Zeh, immerhin bekennendes SPD-Mitglied, hat das in ihrem Bestseller Unterleuten treffen beschrieben.


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Übrigens: Allein für Windräder wurden seit 2009 mindestens 1400 Hektar Wald abgeholzt. Pro Windrad werden 2500 Quadratmeter benötigt. Doch dazu kein Wort von Grünen und selbsternannten Umweltschützern. Werden aber ein paar Bäume für eine dringend notwendige Straße gefällt, rufen Aktivisten das Notstandsrecht aus. Selbst bei Blockaden mit Todesfolge, wie jetzt auf der A3, ist keine harte Ahndung zu erwarten. Lieber wird die Polizei zur privaten Party geschickt, um fünf Feiernde auseinanderzutreiben.


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Weltweit schrumpft das Wachstum. Fast überall droht eine tiefgreifende Rezession. Das bringt viel Armut und Not über jene, die ohnehin ein schweres Los haben. Siehe aktuell Afrika. Zugleich steigen die Schuldenberge in astronomische Höhen, was letztlich zur Entwertung der Sparvermögen führt. Doch unsere Klima-Kids stört das nicht. Ihr Geldautomat hat vier Buchstaben: MAMA und PAPA. Diese Juristen-Töchterchen und Ärztinnen-Söhnchen leben in ihrer apokalyptischen Angstblase, ohne sich um die wirklichen Nöte der Menschen sorgen zu müssen. Aber unsere Kanzlern empfängt lieber deren Aktivistinnen, anstatt sich um die Probleme der Wirtschaft zu kümmern. Für den Kongress der Deutschen Industrie erübrigte Angela Merkel gerade mal zwei Minuten. Für Greta und Luisa über eine halbe Stunde. Das gibt nette Bilder – und das Wahlvolk applaudiert auch noch. Was viel aussagt über das Nichtverständnis von Wirtschaft und Wohlstand.


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Nun hat das Bundesverwaltungsgericht auch noch einer weiteren Stimme der Wirtschaft einen Maulkorb umgehängt: Die Industrie und Handelskammern (IHK) dürfen sich nicht mehr politisch äußern, da sie sich aus Pflichtmitgliedsbeiträgen finanzieren. Geklagt hatte übrigens ein "Windunternehmer", der in Wahrheit kein Unternehmer, sondern nur Subvenstionsbezieher ist. Damit sind die IHK nur noch Verwaltungsorgane und Dienstleister. Die üppigen Gehälter für ihre Hauptgeschäftsführer lassen sich nun schon gar nicht mehr rechtfertigen.

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