• Wolfgang Bok

Die grün-roten Redaktionen mögen keine journalistische Pluralität

Aktualisiert: 15. Aug.

Warum meine NZZ-Beiträge nicht in deutschen Medien erscheinen? Auch weil das liberal-konservative Bürgertum zu konfliktscheu ist und sich von links beschimpfen und ausnehmen lässt. Wer also ist Biedermann und wer Brandstifter?


Ein paar persönliche Anmerkungen von Dr. Wolfgang Bok


Werte Leser (w/m/d)!


Es freut mich, das meine Beiträge so eifrig gelesen und auch kommentiert werden. In der NZZ erreichen sie damit regelmäßig einen Spitzenplatz. Auch bei den Kommentierungen und Weiterleitungen. Das ist gut so! Immer wieder wird dabei die Frage aufgeworfen: Warum liest man das nicht in deutschen Medien?


Erlauben Sie mir hier eine Sammelantwort: Weil weiteten Teilen des deutschen Journalismus mittlerweile Haltung wichtiger ist als eine ausgewogene Information. Eine abweichende Meinung, die dem grün-roten Zeitgeist widerspricht, ist schlicht nicht gewünscht. Deshalb sind die Lobpreisungen unserer angeblichen Meinungsfreiheit wenig wert. Denn eine Meinungsbildung setzt zunächst umfassende Informationen voraus. Diese werden den Mediennutzern in Deutschland weitgehend vorenthalten. Hauch die halbe Wahrheit kann eine Lüge sein. Ich habe dies bereits in meinem ersten Beitrag für das Magazin Cicero 2013 thematisiert.


https://www.cicero.de/innenpolitik/einseitiger-journalismus-pressefreiheit-in-gefahr/54351


Man hätte annehmen sollen, dass spätestens nach der Flüchtlingswelle von 2015, die von einer innerliche grünen Kanzlerin Merkel entgegen der bisherigen CDU-Politik durchgesetzt und als „Willkommenskultur“ verbrämt wurde, ein Wandel einsetzt. Doch das Gegenteil war der Fall: Merkel hat dafür viel medialen Beifall bekommen. Vor allem ARD, ZDF, DLF, SZ, Spiegel, Stern haben die negativen Folgen lange ignoriert und verharmlost. So wurde das Vertrauen in die Glaubwürdigkeit der Medien zerstört, wie Umfragen belegen. Mit dem Aufkommen und Erstarken der AfD wurden nahezu alle medialen Kräfte darauf konzentriert, jeden Bezug zum Rechtskonservatismus als geradezu staatsfeindlich zu brandmarken. Schon die Formulierung nationalen Interessen wird umgehend als Nationalismus diffamiert. Diese Selbstgeißelung leistet sich kein anderes Land, wie wie von mir mehrfach ausgeführt:


https://www.nzz.ch/meinung/die-deutsche-lust-am-niedergang-ld.1354598?reduced=true


Als ich diese Tendenz in einem Beitrag für die NZZ herausgearbeitet habe,


https://www.nzz.ch/meinung/es-gruent-in-den-redaktionen-der-deutschen-mainstream-medien-ld.1488781?reduced=true


wurde ich im Deutschlandfunk, der von Zwangsgebühren finanziert wird, mit Namensnennung als rechter Hohlkopf kritisiert:


https://www.deutschlandfunk.de/arno-orzessek-die-nzz-und-die-mainstream-phobie-100.html


Diese Haltung zieht sich durch nahezu alle Medien bis hin zu dem meisten Regionalzeitungen. Auch deshalb, weil sich das sogenannte bürgerlich-konservative Lager diese Bevormundung gefallen lässt. Aktuell zu sehen am Kniefall des CDU-Vorsitzenden Merz, der sich von Links vorschreiben lässt, mit wem er sich auf ein Podium zu setzen hat - und mit wem nich. Hier verweise ich gerne auf den geschätzten Kollegen Fleischhauer, der dem Druck beim Spiegel nicht standhalten wollte. Oder auf die Welt, die sich mitunter ebenfalls dem Mainstream verweigert:


https://www.nzz.ch/meinung/cdu-chef-merz-versus-anwalt-steinhoefel-absage-war-ein-fehler-ld.1696319?mktcid=nled&mktcval=166_2022-08-04&kid=nl166_2022-8-4&ga=1


Die Schattenseiten der angesteuerte Zuwanderung, vor allem in unsere Sozialsysteme, werden nach wie vor verschwiegen. Das Magazin "Spiegel"bringt es beispielsweise fertig, eine Titelgeschichte (29/22) über den Mangel an Arbeitskräften zu veröffentlichen, ohne der Frage nachzugehen, wo eigentlich die 4 bis 5 Millionen Zuwanderer geblieben sind, die seit 2015 zu uns gekommen sind und uns doch eigentlich als gut ausgebildete Fachkräfte (siehe Syrer) angepriesen wurden.


In der Süddeutschen Zeitung vergeht kaum ein Tag, an dem nicht mein aktuelles Thema


https://www.nzz.ch/meinung/deutschlands-gefuehlte-armut-sorget-euch-nicht-die-politik-hilft-ld.1694696


oder in erweiterter Fassung jetzt auch für das Austrian Institut (und kostenfrei)


https://austrian-institute.org/de/blog/deutschland-zwischen-gefuehlter-armut-und-eingebildetem-reichtum/


behandelt werden. Allerdings mit der von mir als Ideologie bezeichneten These, dass wir zu viel Armut und zu viel Reichtum zulassen und mehr Umverteilung dringend geboten ist. Doch deren Leser, die wohl überwiegend zu den Wohlhabenden und Besserverdienenden zu zählen sind (ich lebe in München und weiß wovon ich schreibe!), lassen sich regelmäßig als Parasiten beschimpfen, die zu gering besteuert werden.


In Person von Claudia Roth, die ohne Berufsabschluss zur hochgezahlten Staatsministerin für Kulturfragen aufgestiegen ist, werden nun Medien mit insgesamt 2,3 Millionen Euro an Steuergeldern gefördert, die allesamt die grüne Moralpolitik vertreten und unverdächtig sind, sich den Lobpreisungen auf Habeck und Baerbock zu verweigern.


Claudia Roth: Steuergeld für Journalisten, die auf Linie sind

https://www.nzz.ch › meinung › der-andere-blick › claudi...


Doch was machen Süddeutsche und Deutschlandfunk aus dieser Förderung linker Medien? Sie verklären diese zum Erhalt von "schriftlichem Kulturgut".


2,5 Millionen Euro für Erhalt von schriftlichem Kulturgut - Kultur

https://www.sueddeutsche.de › ... › Deutschland › Berlin

Mit Erfolg: Mit Habeck, Baerbock und Özdemir stehen drei grüne Minister auf der Popularitätsskala ganz oben. Noch so viele Wendungen haben ihnen nichts an, sondern werden als Einsicht in eine Notwendigkeit gepriesen, die sie lange geläugnet und bekämpft haben. Siehe Atomstrom und Kohle.


Wer also Beiträge wie die meinen in seiner Zeitung und Rundfunk vermisst, dem rate ich: Lasst es die Eigentümer der Publikationen wissen. Schreibt nicht an die Redaktion oder die Chefredaktion, die wollen ihre Einseitigkeit nicht zur Kenntnis nehmen. Schreiben Sie direkt an die Verleger und fürstliche bezahlten Intendanten. Denn das links-grüne Milieu tut es auch und protestieren lauthals, wenn auch nur Krümel konservativen Gedankengutes in Publikationen auftauchen.


Nach wie vor gilt die Feststellung, die ich 2002 als Chefredakteur zur anstehenden Bundestagswahl in einem Leitartikel für die "Heilbronner Stimme" so formuliert hatte: "Bis der Konservative seine Schreibmaschine abgestaubt hat, hat der Linke schon fünf Emails formuliert." Der Konservative benutzt zwar heute auch ein Smartphone - aber er/sie weiß mit den medialen Möglichkeiten entweder nicht umzugehen, ist zu bequem oder zu ängstlich. Also muss sich das Nicht-Linke Bürgertum nicht wundern, wenn es bevormundet und zur Ader gelassen wird. Das Drama von Max Frisch gehört dringend auf die deutschen Bühnen. Warum fehlt es dort wohl?



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